19.10.2007, von Lars Daul

Kat-S-Übung mit DLRG,DRK und Feuerwehr 19.10.2007

Am vergangenen Wochenende fand in Lichtenau eine Großübung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und des Technischen Hilfswerks (THW) statt. In der über zwei Tage gehenden Übung wurde eine Hochwasserlage angenommen. Die rund 60 Helfern aus den DLRG Ortsgruppen Bühl-Bühlertal, Rastatt, Gaggenau und Gernsbach sowie den THW Ortsverbänden Bühl und Rastatt wurden dabei eine Reihe von anspruchsvollen Übungsaufgaben gestellt.

Nachdem die Übungsteilnehmer zu einem Wasserrettungszug zusammengestellt waren, wurden sie vom THW Bühl am Freitagabend in das Übungsgebiet gelotst. Die erste Aufgabe bestand darin, eine vom Wasser eingeschlossene Gruppe im Bereich der Baggerseen rund um Grauelsbaum ausfindig zu machen und zu retten. Unterstützt wurden die DLRG und das THW dabei von der Rettungshundestaffel des DRK aus Bühl mit mehreren Hundeführern und Hunden. Während das THW hierbei durch eine ausreichende Ausleuchtung der Einsatzstelle ein sicheres Arbeiten ermöglichte, setzten die Rettungsboote der DLRG und des THW die Hunde zur Suche über das Wasser im Suchgebiet ab.
Zeitgleich galt es in einem überfluteten fiktiven Industriebetrieb mehrere Fässer mit umweltgefährdenden Stoffen zu bergen. Hierbei waren in erster Linie die Taucher der DLRG gefordert. Das THW unterstützte die Arbeiten, indem es auch hier die Einsatzstelle großflächig ausleuchtete und eine Auffangwanne für die geborgenen Fässer baute.
Nach den Erfahrungen des Elbhochwassers 2002 hatten das THW und die DLRG auf Bundesebene eine Vereinbarung zur verstärkten Zusammenarbeit bei überregionalen Hochwasserereignissen geschlossen. „Bei der Großübung ging es nun darum, diese Vereinbarung weiter mit Leben zu füllen“, so Torsten Huber, Organisator und Leiter der Wasserrettung der DLRG in Mittelbaden. „Wir wollten nicht eine konkrete Hochwasserlage in Lichtenau oder Rheinmünster simulieren, sondern es war unser Ziel, unsere Einsatzkräfte für Hochwassereinsätze im ganzen Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland fit zu machen.“ An der Übung beteiligten sich neben THW und DLRG auch die Feuerwehren Rheinmünster und Lichtenau, die DRK Bereitschaft Lichtenau sowie die Rettungshundestaffel des DRK. „Grundlage für eine gute Zusammenarbeit sind vor allem persönliche Kontakte zwischen den Helfern der einzelnen Organisationen und entsprechendes Vertrauen auf die Fertigkeiten des jeweils anderen.“, so Torsten von Dombrowski, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Bühl. Insgesamt waren knapp 90 Helfer mit 18 Fahrzeugen und fünf Booten im Einsatz.
Auch in der späten Nacht wurden die Einsatzkräfte gefordert. Gegen 01:00 Uhr galt es den Rhein zwischen den Nato – Rampen Söllingen und Greffern nach einem vermissten Boot abzusuchen. Dabei wurden die Boote der DLRG und des THW durch die Feuerwehr Rheinmünster Abteilung Greffern mit einem weiteren Rettungsboot unterstützt. Durch den gemeinsamen Einsatz der Boote aller Organisationen konnte der Rhein schnell und effektiv abgesucht werden.
Der Samstag bot den Helfern nicht weniger spannende Aufgaben. So galt es für die DLRG zusammen mit Helfern der DRK Bereitschaft Lichtenau und dem Boot der Feuerwehr Lichtenau ein im Wasser stehendes Haus zu evakuieren. Eine Einheit des THW übernahm zeitgleich die Rettung eines Verunglückten von einer Industrieanlage im Wasser, wobei es durch ein Boot der DLRG unterstützt wurde.
Hauptaugenmerk am Samstag galt der Rettung einer in reisender Strömung festsitzenden Person. Hierbei kamen Strömungsretter der DLRG zum Einsatz. Diese Strömungsretter sind speziell für den schwimmerischen Einsatz in Flüssen und Bächen mit starker Strömung, wie sie bei einem Hochwasser häufig vorkommen, ausgebildet. Im Einsatzfall wird dabei von der DLRG auf die technische Unterstützung durch die Feuerwehren zurückgegriffen. Am Samstag wurde diese Zusammenarbeit nun erstmal unter den Augen von Bürgermeister Helmut Pautler mit der Feuerwehr Rheinmünster am Polder in Greffern geprobt. 
„Auch wenn ein Hochwasser des Rheins diesen Ausmaßes bei uns dank eines guten Hochwasserschutz sehr unwahrscheinlich ist, finden wir hier ideale Übungsgebiete vor“, so Alexander Kille, Vorsitzender des DLRG Bezirk Mittelbaden und Fachberater. Sein Dank gilt dabei nicht nur den teilnehmenden Organisationen mit ihren Helfern sondern auch allen Behörden, Firmen und Vereinen, die ihre Erlaubnis gegeben haben, Seen und Firmengelände für die Übung bereitzustellen, insbesondere der Stadt Lichtenau für die Überlassung der Gustav-Heinemann-Schule. Dies ist der offizielle Pressebericht des DLRG Mittelbaden, unser Part an der ganzen Übung setzte sich aus Bilden und Betreiben einer Führungsstelle zusammen mit dem DLRG und dem DRK, Ausleuchten verschiedener Einsatzstellen, verbringen von Suchmannschaften und Verletzten mittels dem Mehrzweckboot zu den Einsatzorten, Retten einer verletzten Person von einem Schwimmponton und Bergen von Fässern aus einem See.
Die Erkenntnis dieser Übung: Die reibungslose Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen wird nicht nur im Übungsfall funktionieren, dies ist sicher !




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